Die Zuckerbaumwiese auf der Glindower Platte ist, bzw war umgeben von Obstplantagen. und Getreidefeldern, in denen im Sommer wunderschöne Mohn- und Kornblumen blühen. Viele Jahre schien sich an dieser Idylle nichts zu verändern, bis, ja bis dann auch hier die ersten Maisfelder Freiflächen eroberten. Als die nächstgelegene Obstplantage ebenfalls gerodet wurde hatten wir das Bedürfnis darüber zu reden.

Wir wollten uns eine Meinung bilden und einen Weg finden sichtbar zu machen und mit anderen zu teilen, was uns beschäftigt. Wir möchten mit diesem Projekt auffordern, darüber nachzudenken, warum Apfelplantagen mehr und mehr schwinden und es langsam zur Normalität wird Früchte zu kaufen, die mit dem Schiff oder dem Flugzeug um die halbe Welt gefahren oder geflogen werden müssen um zu uns zu gelangen.
9 bereits ausgerissene Obstbäume von der gegenüberliegenden Plantage haben wir gerettet und symbolisch künstlerisch bearbeitet und in unser geschwisterprojektrojekt auf der Zuckerbaumobstwiese integriert.
In einer riesigen Apfelscheibe aus einem von Kindern bemalten Steinkreis stehen und liegen Bäume, die jeweils eine Geschichte erzählen
- Baum 1: junger Baum in Apfelblüte, denn es braucht Zeit, bis der Baum tatsächlich Früchte tragen kann
- Baum 2: Baum in voller Pracht, mit grünen Blättern und prächtigen Äpfeln, genauso, wie die Bäume vorher auf der Nachbarswiese waren
- Baum 3: Baum im Prozess des „Sterbens“ halb schwarz halb prächtig. Was passiert? Weshalb müssen diese Bäume „sterben“ bzw. gefällt werden?
- Baum 4: Baum im Moment der Zerstörung, kohlrabenschwarz mit Brandstrudel
- Baum 5: Baum kahl, genauso, wie er auf der Wiese auf dem Haufen mit den anderen lag, Baum, der keinen Nutzen mehr hat
- Baum 6-9: Baum als „Insektenhotel“ auf der Obstwiese mit allen Tieren, die jetzt immerhin noch etwas von dem Baum haben könnten
Über mehrere Projekttage wurden Blüten und Blättern für diese Bäume gesägt und bemalt. Woher sind die Äpfel, die ich in der Schule esse, die Tomaten und die Orangen…das wurden Fragen, die nach Antworten suchten.
Wir wollten mit diesem Projekt unseren Geschwisterkindern und deren Familien und auch uns selbst die Möglichkeit geben innezuhalten. Wir wollten gemeinsam auffordern ein bisschen Nachzudenken über die Veränderungen in der Welt an diesem Beispiel vor unserer Obstwiesenhaustür. Kann es wirklich der richtige Weg sein all solche Bäume zu vernichten und stattdessen Maisfelder zu pflanzen deren Wurzeln nicht das Wasser halten können, das der Boden dringend bräuchte und deren Anbau dem Boden langfristig Nährstoffe entzieht und damit schaden kann
Es braucht uns alle. Wir denken Veränderung bedeutet herauszufinden was wir erhalten können und müssen und wo wir uns so verändern können und müssen, dass viele Generationen und am besten der ganze Planet davon langfristig einen positiven Effekt erleben dürfen.
Text: Esther Urban, September 2024






